Ralf Dreiundzwanzig am 15. Oktober 2011

Anknüpfend an die Sommerakademie 2010 „Global Studies – Kunst und visuelle Medien heute“ im Rahmen des von der Fritz Thyssen Stiftung unterstützten Forschungsprogramms Global Art and the Museum sollen für die Herbstakademie 2011 die begonnenen Diskussionen über die Auswirkungen der Globalisierung auf Kunstproduktion, -distribution und -rezeption weitergeführt werden. Auf dieser Plattform läd das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe – im Oktober 2011 junge WissenschaftlerInnen und Kulturschaffende unterschiedlicher Disziplinen aus dem deutschsprachigen Raum ein, ihre wissenschaftlichen Positionen – beispielsweise im Rahmen der Masterarbeit bzw. Promotion – zum Thema zeitgenössische Kunst und visuelle Medien interdisziplinär zu diskutieren.
Fokus von Global Studies – Die Frage nach dem Kunstbegriff ist die kritische Auseinandersetzung mit einem globalen Kunstbegriff und der Frage nach der Notwendigkeit von Interdisziplinarität im wissenschaftlichen Umgang mit dieser Thematik. Wie kann aus interdisziplinärer Perspektive kritisch mit einem globalen Kunstbegriff umgegangen werden, wenn dieser in einem Spannungsfeld bestehend aus lokalen und globalen Kunstproduktionen und -rezeptionen und institutionellen Einflüssen verortet wird?
Während die unterschiedlichen Disziplinen wie Ethnologie, Kunstgeschichte, Philosophie oder Ästhetik und Kultur-Wissenschaften in ihrer Geschichte sowohl um interne Reflexionen und Erweiterungen ihrer methodologischen Grenzen bemüht waren, steht ein tatsächlicher Austausch der Methoden angesichts der heutigen Kunstwelten weiterhin aus. Um sich mit globalen Kunstproduktionen wissenschaftlich auseinanderzusetzen, scheint es dabei unerlässlich, sich zuerst der Frage nach dem vorausgesetzten und verwendeten Kunstbegriff zu widmen.
Die Konzeptionalisierung und Verwendung eines bestimmten Kunstverständnisses ist dabei nicht nur für die jeweiligen Disziplinen wie Kunstgeschichte, Ethnologie, Filmwissenschaft, Soziologie oder auch Pädagogik eine interessante Frage, sondern stellt gerade in der globalen Erforschung von lokalen Kunstproduktionen, ortspezifischen kuratorischen Konzepten, der Entstehung ‚neuer’ Kunstmärkte oder Konzepte der Kunsterziehung in nicht-westlichen Regionen eine ernstzunehmende Herausforderung dar. An zwei Tagen im Oktober wird am ZKM diskutiert werden, wie sich zeitgenössische Kunst weltweit zwischen künstlerischer Selbstbehauptung, Klischees des „Exotischen“ und den Anforderungen des Marktes verortet – und mit welchen methodischen Ansätzen dies in den Wissenschaften analysiert und begleitet werden kann.
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