Atelier King Kong planen Metro-Station in Paris

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20 Kilometer ins Zentrum von Paris und wieder zurückzufahren, um in den zwei Kilometer entfernten Nachbarort zu gelangen: Das zentralistische Metrosystem von Paris ist ein Relikt des 19. Jahrhunderts.
Die automatisierte, fahrerlose Métro-Linie 15 ist eine von sechs Linien des Express – dem neuen öffentlichen Nahverkehrsnetzwerk, welches im Zuge des „“-Projektes für die Metropolenregion Île-de-France bis 2030 implementiert werden soll.

Grand Paris

Grand Paris ist ein Projekt zur Reform der Struktur des Ballungsraums Paris, der sich neben der Stadt Paris über sieben weitere Départements und zahlreiche Gemeinden erstreckt. Die Reform soll „die Lebenswelt der Einwohner verbessern, die territorialen Ungleichheiten korrigieren und eine nachhaltige Stadt schaffen“. Neben der Infrastruktur soll auch die Verwaltung reformiert werden. Dazu wurde im „Gesetz zur Modernisierung der Territorialverwaltung“ mit der métropole eine neue Verwaltungseinheit geschaffen, die Großstädte mit ihrem Ballungsgebiet verbinden soll.

Der Ideenwettbewerb Le Grand Pari(s)

Während seiner Rede zur Eröffnung der Cité de l’architecture et du patrimoine kündigte Präsident Nicolas Sarkozy am 17. September 2007 einen internationalen Architektenwettbewerb an, in dem ein zukunftsorientiertes städtebauliches, landschaftsplanerisches Projekt eines Groß-Paris mit einem Zeithorizont von 20 bis 40 Jahren entstehen solle.

Im Juni 2008 bekamen zehn internationale Architekturbüros von Sarkozy den Auftrag, ein „außergewöhnliches Projekt“ für die Zukunft von Paris auszuarbeiten. Der Wettbewerb bekam den Namen „Le Grand Pari de l’agglomération parisienne“ (Die große Wette auf die Pariser Agglomeration, der Titel ist im Französischen ein Wortspiel, grand pari wird genauso ausgesprochen wie Grand Paris). Die zehn zur Teilnahme eingeladenen Architekturbüros waren die von Richard Rogers, Yves Lion, Djamel Klouche, Christian de Portzamparc, Antoine Grumbach, Jean Nouvel, Studio 08, Roland Castro, LIN Finn Geipel, Giulia Andi und MVRDV. Der Wettbewerb wurde von einem „Steuerungskomitee“ geleitet, das aus 14 Vertretern von Ministerien, der Region Île-de-France, der Stadt Paris und weiteren Gemeinden der Île-de-France bestand.

Die Vorschläge der verschiedenen Architekten wurden bei einer Ausstellung vom 30. April bis zum 22. November 2009 in der Cité de l’architecture et du patrimoine der Öffentlichkeit vorgestellt.

Grand Paris Express

Nach öffentlichen Anhörungen im Jahr 2011 wurden die Pläne für den Ausbau das Nahverkehrsnetzes in der Region aus den Projekten Grand Paris und Arc Express vereinigt, das gemeinsame Projekt trägt den Namen Grand Paris Express. Zu den geplanten Linien gehören eine Ringlinie um Paris, die in einem Abstand von circa 5 Kilometern zur Stadtgrenze verlaufen soll, zwei Linien, die den Norden und Nordosten des Ballungsraums erschließen, sowie Verlängerungen der bestehenden Linien 11 und 14. Die ersten Verlängerungen sollen 2017 in Betrieb gehen, der erste Teil der Ringlinie 2020, und das gesamte Projekt soll bis 2030 fertiggestellt werden. Eine Linie, die den Südwesten des Ballungsraums zwischen Versailles und dem Flughafen Orly erschließt, soll das Netz später komplettieren. Insgesamt sollen 200 Kilometer neue Strecken und 72 Bahnhöfe entstehen.

Grand Paris Express
Grand paris express“ von Hektor – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Die Architekten von atelier d’architecture King Kong (Bordeaux) werden eine Station, den Bahnhof „Vitry-Sur-Seine“, bauen und reihen sich damit in eine Gruppe international bekannter Architekten ein, die bereits ikonische Entwürfe für die Ringlinie 15 präsentiert haben. Enric Miralles wird die Station „Clichy-Montfermeil“ bauen, Elizabeth de Portzamparc die Station „Le Bourget“ und Kengo Kuma den Hauptknotenpunkt aller neuen Linien – die Station „Saint-Denis Pleyel“ im Norden von Paris.

Der Bahnhof von Atelier King Kong (der Büroname stammt noch aus Studienzeiten der damals fünf Partner und bezieht sich auf den Song „King Kong Five“ des französischen Musikers Manu Chao) befindet sich im Zentrum von Vitry-Sur-Seine, am Parc de Couteau direkt neben dem Rathaus des 90.000-Einwohner-Vororts von Paris.

Es entsteht ein begrüntes Dachgewölbe, welches den Vorplatz der Station überspannt. Die Perforation des Dachs ermöglicht Blicke aus dem Park auf die Gleise und beleuchtet die Tickethalle bzw. die Plattform. Bei den Räumen im Untergrund bedienen sich die Architekten des Bildes einer Grotte. Die Innenwände simulieren durch ihre unregelmäßige Oberflächenstruktur und die Erdtöne in der Farbgebung den Innenraum einer Höhle.

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