Ausstellungstipp: Der Blick dahinter

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The look behind / Der Blick dahinter

Ein kleiner Ausstellungstipp von mir für alle, die im Juli – August in miner Region sein werden oder können: Mit „The Look behind | Der Blick dahinter“ präsentiert das Märkische Museum Witten zum ersten Mal eine Ausstellung zeitgenössischer Fotografie. Die Schau verbindet mit insgesamt vierzehn Künstlern eine internationale Gruppe von noch unbekannten, jungen und bereits etablierten Fotografen.

Zentrales Thema in „The look behind | Der Blick dahinter“ ist der Mensch. Hierbei wird der Blick auf seinen Körper als medialer und kultureller Träger und seine unumgängliche Sozialisierung durch seinen spezifischen Lebensraum fokussiert. Erörtert werden auch seine individuelle Lebensgeschichte und Persönlichkeitsentwicklung in Verbindung mit der Herausarbeitung und Darstellung von Erinnerung. So sind Liebe, Freude, Leid und Tod grundsätzliche und immer wiederkehrende Bildthemen.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Video des Fotografen (geb. 1974), das ein Fotoshooting mit seiner Nachbarin, einer alten Dame, dokumentiert. Während sie in ihren Privaträumen fotografiert wird, berichtet sie auszugsweise aus ihrem Leben. Dem gegenüber stehen Fotografien von (geb. 1975) die mit ihren „Portraits in der Blauen Stunde“ auf die Unwiederbringlichkeit des Moments, die Vergänglichkeit des Menschen und die metaphysische Atmosphäre der Tageszeiten hinweist. Die übergeordneten Themen des Lebens, Liebe und Tod werden in zwei wichtigen Arbeiten der amerikanischen Künstlerin (geb. 1953) behandelt. (geb. 1971) zeigt in ihren fesselnden Fotografien Menschen, deren Körper durch applizierte Zeichen zum medialen Träger werden. Die Fotoarbeiten von (geb. 1919, gest. 2010) zeigen tätowierte Körper.

Zentrales Thema der Werkgruppen des Ukrainer (geb. 1969) und des in Berlin lebenden Fotografen Joseph Huber (geb. 1986) ist der Mensch als Individuum, geprägt durch sein alltägliches und kulturelles Umfeld und seine persönliche Lebensgeschichte. Huber zeigt Auszüge aus seiner Fotoserie Sũra, die in den Wochen vor und während der Revolution in Ägypten entstanden ist. Die Fotografien von veranschaulichen hingegen den Alltag von Menschen, die in der Don Bass-Region, einem Kohleabbaugebiet in der Ukraine, leben und arbeiten. Es sind eindringliche schwarz-weiß Fotografien, die deutlich die Härte der dortigen Lebensumstände veranschaulichen, aber auch die subtile Schönheit und Qualität von Landschaft und Menschen offen legen. Werke aus der Serie „Come bury me“ des russischen Fotografen (geb. 1973), zeigen einfühlsame Portraits und fotografische Dokumentationen von russischen Obdachlosen, die in einer heruntergekommenen Behausung eine funktionierende Wohngemeinschaft gegründet haben und dort durch einen Brand umgekommen sind. Zoltán Jókay (geb. 1960) selbst hat eine interessante Auswahl von Fotografien aus seiner Serie „Remembering“ für die Ausstellung zusammengestellt. Seine Motivation Menschen zu fotografieren bezeichnet er als „Neugier auf das Sein des Anderen“. Oftmals offenbaren seine Arbeiten die Zerbrechlichkeit, Hilflosigkeit und Sehnsucht des Individuums. Ähnlich sind Francesca Woodmans (geb. 1958, gest. 1981) Werke zu sehen. Da sie Fotografin und Model zugleich ist, zeigt sie ihren eigenen Körper als inszenierten Dialog mit sich selbst. Der Betrachter erfährt durch ihre Fotografien Woodmans Reflexion von Wirklichkeit, ihre Verletzlichkeit und ihr Bewusstsein für den Augenblick. (geb. 1973), bezieht sich auf das Werk Woodmans und besteht aus erdachten Bildern, in denen sie fiktive Szenen selbst darstellt. Ihre inszenierten Fotos sind Phantasien, die eine Atmosphäre oder Stimmung repräsentieren. (geb. 1946) thematisiert mit seiner enthüllenden Serie „Park“ das doppelte Spiel von betrachtenden Betrachtern und verweist auf den voyeuristischen Aspekt des Fotografierens. In der zentralen und herausragenden Serie „The House I Once Called Home“ reflektiert (geb. 1932) sein Elternhaus in Pittsburgh, Pennsylvania. Diese aus Überlagerungen von neuen und alten Fotos und in geschriebenen Texten auf den Fotografien bestehenden Arbeiten, zeigen eine Zeitreise durch die Erinnerungen Michals Kindheit. Von Jasper de Beijer (geb. 1973) werden Auszüge aus der Serie „The Recollector“ gezeigt. Sie beschäftigt sich mit der Frage nach Einfluss und Bedeutung von Bildarchiven für die Konstitution kollektiver Erinnerung und das kulturelle Bewusstsein. De Beijer greift dafür auf das 14 Millionen Fotografien umfassende ‚Spaarnstad Photo‘ Bildarchiv zurück, das aus Presse-, Werbe-, und Privatfotografien besteht. Die daraus ausgewählten Bilder, rekonstruiert er mithilfe von 3D Software zu Collagen.

The look behind / Der Blick dahinter

15.06.13 – 25.08.13

Märkisches Museum, Witten
Kulturforum Witten
58452 Witten

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