Ausstellungstipp: Stefan Wewerka. Querschnitt

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Polyfunktionalität und Dekonstruktion von Objekten der Alltagswelt, Ironie und Humor als Waffe und Aufklärung:

Polyfunktionalität und Dekonstruktion von Objekten der Alltagswelt, Ironie und Humor als Waffe und Aufklärung: Grundideen des Architekten, Designers, Objekt- und Filmkünstlers Stefan Wewerka (geb. 1928, Magdeburg). In seinen Arbeiten reibt er sich stets an den gängigen Auffassungen von und Ästhetik, Rationalität und Funktionalität. So wird beispielsweise das Abendmahl zu einer schrägen Veranstaltung oder der Küchenraum zum Küchenbaum. Unverwechselbar wurde Wewerka durch seine Verfremdungen von Stühlen. Zersägt, zerlegt und verformt unterlaufen sie subversiv gängige Vorstellungsbilder. Im Kontrast dazu stehen seine skulpturalen, den Bedürfnissen des menschlichen Körpers und seinen Gewohnheiten angepassten Möbelentwürfe. Die Ausstellung der Neuen Sammlung – The International Museum Munich – entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Gestalter.

“Begnadeter Deformator des Alltäglichen” – so wurde der Künstler-Designer-Architekt Stefan Wewerka einmal charakterisiert.

Stefan Wewerka (geb. 1928 in Magdeburg) studierte im Berlin der Nachkriegszeit an der Hochschule für Bildende Künste. Seine ersten Stuhlskulpturen und Multiples entstanden 1961 – Gegenstände, die Wewerka zerschnitt und neu zusammensetzte. 1967 erfand er die Trikolore zum Zerreißen: die französische Flagge lässt sich mit Reißverschlüssen dreiteilen. Wewerkas weitsichtiger Kommentar zu Deutschland 1989 mit dem Titel “Vive l’Europe”: ein Scharnier verbindet mehr schlecht als recht Fünf-DM-Stück und DDR-Münze.Politisch, anti-konventionell, surreal – in seinen Objekten, Installationen und Filmen bezieht Wewerka Position zur Gegenwart, beobachtet mit Sinn für Details Alltag und Funktionalität und konterkariert sie wie bei seinen Stuhlskulpturen, dem Classroom Chair oder dem Gummistuhl, die sich ihrer elementarsten Funktion, dem Sitzen, verweigern.Scharfsinnig, ironisch, querdenkerisch definiert er die Schnittmenge von Kunst und Alltagskultur.

Seit 1977 entwirft Wewerka auch Gebrauchsmöbel, und auch diese auf seine Art. So wird der Küchenraum zum “Küchenbaum”, ein Schreibtisch anti-hierarchisch und eine Sitzlandschaft zum großen Bauwerk.Tatendrang und Phantasie stehen am Beginn seiner Arbeiten. Ein wesentlicher Baustein des Gestaltungsprozesses ist dabei das Zeichnen. In Skizzen hält Wewerka Erlebtes und Gesehenes fest, denkt asymmetrisch und entwickelt daraus neue Entwürfe. Stefan Wewerka überführt durch Verwandlung der Form, wie in einer Metamorphose, zerstörerische Momente in künstlerische. “Gestern oder morgen oder heute, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart, bilden eine verschmolzene Einheit” – so Stefan Wewerka, der zwischen Alltag und Kunst interagiert und lustvoll vor Augen führt, wie Gewohntes aus dem Gleichgewicht gerät.

Ausstellungsdauer: 11.10.2012 – 03.02.2013

Quelle: Presse Kunstarial München

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