Ausstellungstipp: Weltraum. Die Kunst und ein Traum

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Andy Warhol, Moonwalk (1, pink), 1987, Ronald Feldman Fine Arts, Inc., New York © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts Inc./VBK, Wien 2011
Andy Warhol, Moonwalk (1, pink), 1987, Ronald Feldman Fine Arts, Inc., New York © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts Inc./VBK, Wien 2011

Das Weltall ist nicht nur eine physikalische Ausdehnung, sondern auch ein symbolischer Raum: Seit Jahrhunderten drehen sich Träume und Visionen der Menschen darum, die „extraterrestrische Zone“ zu erobern, Welten jenseits der Erde kennenzulernen, und vielleicht sogar andere Planeten zu kolonisieren. „Space is the Place“ verkündete der Musiker Sun Ra und hunderte Science Fictionromane und filme legen Zeugnis ab von der Sehnsucht nach dem Anderen, dem Unbekannten, dem Abgrund der Unendlichkeit, der so verführerisch wie bedrohlich erscheint.

Seit im 20. Jahrhundert durch die Produktion von Raketen erstmals die technischen Möglichkeiten gegeben waren, um tatsächlich die „High Frontier“ (= die hohe Grenze) in Angriff nehmen zu können, wurde der Weltraum zu einem emotional aufgeladenen Schauplatz geopolitischer Strategie: Im Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion hatte der Kampf um die Vorherrschaft im All vor allem eine massenpsychologische und propagandistische Wirkung: Nach dem „Sputnik Schock“ im Jahr 1957, und dem ersten bemannten Weltraumflug durch den Kosmonauten Juri Gagarin im Jahr 1961 – das 50 jährige Jubiläum dieses Ereignisses ist der Anlass zur Ausstellung – investierten die Amerikaner ungeheure Summen in das Projekt, Menschen auf den Mond zu befördern, was im Jahr 1969 gelang und zu einem der größten Medienereignisse des 20. Jahrhunderts wurde.

Die Ausstellung spiegelt die Vielzahl der ästhetischen, metaphorischen und politischen Dimensionen, die sich mit der Vorstellung „Weltraum“ verknüpfen – gebrochen durch das Prisma der Kunst, wider. Das All als Sehnsuchtsort und Projektionsfläche für Utopien, die im Anderen Möglichkeiten alternativer Lebensformen jenseits planetarer Beschränkungen sehen wollen, aber auch als Ort der Bedrohung und der Angst vor dem Unbekannten, von drohenden Meteoriteneinschlägen bis hin zu Invasionen außerirdischer Wesen.

Das Kaleidoskop künstlerischer Bearbeitungen des Themas Weltall reicht von figurativen Abbildungen des Firmaments, von Raketen und Satelliten bis zu realismuskritischen Arbeiten, die, – in der Tradition eines Kasimir Malewitsch (1878 1935) – nach einer Darstellungsmöglichkeit „kosmischer Empfindungen“ suchen. Die Schau zeigt mehr als 50 künstlerische Positionen aus 18 Nationen und 5 Jahrzehnten mit Schwerpunkt auf der Kunst der Gegenwart. Der Heterogenität des Themenfeldes entsprechen die unterschiedlichen verwendeten Medien: Malerei, 16mm Video und Animationsfilm über Zeichnung und Druckgrafik bis hin zur Fotografie und Multimediainstallation.

gehörte 1969, wie später Lena Lapschina und Jane & Louise Wilson, zu den privilegierten KünstlerInnen, die einen Raketenstart live erleben konnten und diese Erfahrung in ihre Arbeit einfließen ließen. Die NASA (National Aeronautics and Space Administration) stellte Rauschenberg 1969/70 detaillierte Karten, Tabellen und Fotografien der Apollo 11 Mission zur Verfügung, welche die Basis für seine in Europa bisher selten ausgestellte Lithografie Serie Stoned Moon bilden.

wiederum war enger Freund des Kosmonauten Alexei Leonow (erster „Weltraumspaziergänger“, 1965) und machte diesen biographischen Hintergrund für seine Malerei 1966 produktiv.

Weltraum. Die Kunst und ein Traum präsentiert neben rund 80 Werken von etablierten Malern wie dem Turner Prize Gewinner und dem Vincent van Gogh Biennial Award Preisträger , Filmemachern wie , und Michael Snow sowie Installationskünstler wie Björn Dahlem und Interventionskünstler wie , und viele überraschende Positionen einer jüngeren Generation wie Julieta Aranda, Loris Gréaud, Jen Liu, und Virginie Yassef.

Die kanadische Künstlerin Angela Bulloch berechnet in der Serie Night Sky (2007/08) mit Hilfe eines Computerprogramms Ansichten des Weltalls, die sich nicht am Standpunkt des Erdbewohners sondern an extraterrestrischen Perspektiven orientieren. Auch bei der Norwegerin stellen Sterne am nächtlichen Firmament das Arbeitsmaterial der Rauminstallation Variable Stars (2009) dar, ausgehend von dem großen Fotoplattenarchiv des Harvard College Observatory und der 1908 entwickelten Theorie über die Distanzberechnung zwischen Galaxien.

01.04.11 – 15.08.11

Kunsthalle Wien
Museumsplatz 1
A-1070 Wien

http://www.kunsthallewien.at/

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