Berlin: 8. Forum Expanded

Allgemein Schlagwörter: , , , 0 Kommentare

63. Berlinale 2013
Bereits zum achten Mal präsentiert Forum Expanded Filmprogramme, Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen im Rahmen der . Als flexible Plattform für künstlerische Arbeiten gehört es zum Selbstverständnis von Forum Expanded, in jedem Jahr neue Wege zu beschreiten und neue Räume zu erschließen. Inzwischen hat der noch immer namenlose Bereich zwischen Kino und Kunst Eigenständigkeit erfahren, ohne dabei an Offenheit einzubüßen. Das Programm schöpft seine Kraft und Kreativität aus dem Spagat zwischen der nervösen Energie des festivaltypischen Premierenmoments und der konzentrierten Diskussion mit den Künstlern und dem Publikum der .

Forum Expanded präsentiert bereits zum wiederholten Male eine Arbeit von Isabella Rossellini, die wie kaum eine Zweite das Spannungsfeld zwischen großem Kino und künstlerischem Eigensinn verkörpert. Mammas ist die Fortsetzung ihrer Kurzfilmreihe Green Porno, die sie 2008 auf der Berlinale präsentierte. Wieder schlüpft die Schauspielerin und Regisseurin in unterschiedlichste Tierrollen – diesmal, um die Mutterinstinkte verschiedener Spezies zu erforschen. Zur Weltpremiere von Mammas wird der Film vom Komponisten der Filmmusik, Marc Chouarain, live am Klavier begleitet.

Ein Schwerpunkt des diesjährigen Programms von Forum Expanded liegt auf dem Werk des 1980 verstorbenen brasilianischen Künstlers . Oiticica gilt als einer der berühmtesten Künstler Brasiliens und ist vor allem für seine interaktiven Objekte und partizipativen Installationen und Environments bekannt, die er in den 1960er Jahren produzierte. Doch er schuf auch ein umfangreiches filmisches und film-affines Werk und kam in seiner Zeit in New York in den 1970er Jahren mit der US-amerikanischen Underground-Filmszene in Kontakt. Neben den sogenannten „Quasi-Cinema“-Installationen aus der Serie „Block-Experiments in Cosmococa – program in progress“, die im Hamburger Bahnhof und im Liquidrom gezeigt werden, wird auch der Dokumentarfilm Hélio Oiticica von Cesar Oiticica Filho, Kurator der Nachlassverwaltung und Neffe des Künstlers, präsentiert. Der Co-Kurator des Schwerpunkts Max Jorge Hinderer Cruz präsentiert eine Auswahl von historischem Super-8-Material von und mit Oiticica, dazu bildet eine Podiumsdiskussion mit der Kunsthistorikerin Sabeth Buchman den diskursiven Rahmen. Zum Abschluss lädt die Installation im Liquidrom, die nur an einem Abend zu sehen sein wird, das Publikum dazu ein, im wahrsten Sinne des Wortes baden zu gehen, um die Bild- und Tonsequenz vom Pool aus zu erleben.

Ebenfalls zu Gast ist . Der Gründer des legendären New Yorker Ontological-Hysteric Theatre, kehrt mit seinem Film Once Every Day nach über 30 Jahren zum ersten Mal auf die Leinwand zurück. Die aus Wiederholungsschleifen, Ellipsen und Fragmenten montierte Arbeit ist eine kongeniale filmische Umsetzung seiner einzigartigen Herangehensweise ans Theater und feiert im HAU Hebbel am Ufer ihre Europapremiere.

Die Gruppenausstellung findet an einem neuen, ungewöhnlichen Ort statt: im silent green kulturquartier, dem ehemaligen Krematorium Wedding. Ein ruhiger Raum, der die Wahrnehmung fokussiert und zu Projektionen im doppelten Sinne einlädt.

Mit „Waves vs. Particles“ wurde der Titel der Ausstellung einem Erklärungsansatz der Quantenmechanik entliehen, der besagt, dass jede Strahlung sowohl Wellen- als auch Teilchencharakter hat, aber je nach durchgeführtem Experiment nur der eine oder der andere in Erscheinung tritt. Die Experimente sind vielfältig. Es geht es um Ozean- und um Schallwellen, um radioaktive Strahlung und um Psychologie, um nationale Schuld und Verantwortung. Grundlage der Installation „Strange Lines and Distances“ von Joshua Bonnetta ist Guglielmo Marconis erste transatlantische Radioübertragung, die hier von beiden Seiten des Atlantiks zu hören ist. Seine Idee war, dass Klänge nie verschwinden, sondern nur stetig leiser werden. Gleich zwei Videoinstallationen widmen sich dem gegenwärtigen physischen und psychischen Zustand Japans nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima: „Spirits Closing their Eyes“ von Nina Fischer und Maroan el Sani und „The Life of Particles“ von Angela Melitopoulos und Maurizio Lazzarato. Die Künstlerin Wendelien van Oldenborgh untersucht in „La Javanaise“ die Beziehungen zwischen einer niederländischen Textilfirma, die in Afrika Geschäfte treibt, früheren Kolonien in Südostasien und der Ausstellung kolonialer Geschichte. James T. Hong führt in „Apologies“ vor, wie Entschuldigungen auf nationaler Ebene in der individuellen Geste erstarren können.

Weiterer Teil der Ausstellung sind zwei Installationen von Lucien Castaing-Taylor und Véréna Paravel, die ein Jahr mit Hochseefischern aus New England auf dem Meer verbrachten. Zwischen den Bildern ihres Dokumentarfilms Leviathan fanden sie geisterhafte Erscheinungen, die sie extrahierten und in die Installationen „Spirits Still“ und „The Last Judgement“ überführten. Überraschende Tiefen und Schichten des Films werden sichtbar, die die Beziehung des Menschen zum Wasser neu verhandeln. Im Arsenal 2 ist der Film über mehrere Tage verteilt in Einzelbildaufnahmen zu sehen (He Maketh a Path to Shine After Him; One Would Think the Deep to Be Hoary), und abschließend einmal in seiner Ganzheit im CineStar8.

Mit der Ausstellung „Perdre et retrouver le Nord“ („Losing Touch and Coming Home“) von Marie-Hélène Cousineau im Marshall McLuhan Salon der Botschaft von Kanada erweitert Forum Expanded in Zusammenarbeit mit dem Ryerson Image Centre Toronto das NATIVe-Sonderprogramm der Berlinale.
Anhand von Fotos aus der Inuitgemeinde Baker Lake, einem Film, Tonaufnahmen, drei Puppenhäusern und mündlichen Überlieferungen evoziert die Installation Geschichte und Landschaft des Nordens.

Basma Alsharif stellt in der Black Box des Arsenal den Gaza Streifen als Mikrokosmos dar, der für das Scheitern der Zivilisation steht. Doch nicht nur die Installationen, auch viele der Filme und Videoarbeiten ergründen die Vielschichtigkeit einzelner Orte, indem sie ihnen eine Psyche verleihen und ihre Performativität zum Ausdruck bringen. So erzählen J.P. Sniadecki, Huang Xiang und Xu Ruotao in ihrem Film Yumen von Gespenstern und „Ruinentourismus” in einer verlassenen Ölstadt in Chinas Nordwesten.

Wie auch in den Jahren zuvor sind weitere Installationen im Marshall McLuhan Salon der Botschaft von Kanada sowie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart zu sehen. Für die Diskussionsveranstaltungen zieht Forum Expanded ins Kunstgewerbemuseum.

Das Foyer des Kino Arsenal im Filmhaus am Potsdamer Platz wird von den Prinzessinnengärten bereits zum dritten Mal in einen urbanen Garten verwandelt. Das Kreuzberger Kollektiv b_books ist wie immer mit einem Bücherstand vertreten.

 
07.02.13 – 17.03.13

Quelle: Pressemitteilung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Business Shooting

Mit dem visuellen Erscheinungsbild beginnt alles. Egal ob Du Freelancer, langjähriger Unternehmer oder Verantwortlicher eines Start-ups bist – Du musst nach außen kommunizieren, für welche Kompetenzen und Botschaften Du stehst.
Imagefördernde Fotos unterstützen ein Unternehmen dabei, sich erfolgreich und attraktiv zu präsentieren und damit neue Kunden anzusprechen.
Bei meiner Arbeit geht es mir sowohl um die ausdrucksstarke und kompetente Darstellung der Führungskräfte und Mitarbeiter als auch um die repräsentative Abbildung der Produkte.

Aktuell

Blog via E-Mail abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.