Einführung in die Netzkunst

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In den 1960er Jahren entstanden, beeinflusst durch Konzeptkunst und Nouveau Realisme, ursprünglich konzeptuell und prozessual orientierte Netzwerke, wie das Mailart und Correspondence Art Netzwerk. Diese analoge „ mit Netzwerken” und „ im Netz” war kunsthistorisch nicht leicht zu erfassen: Nach Verwirklichung eines prozessualen Kunstwerks in kommunikativen Prozessen gab es zwar Nebenprodukte, wie versendete Objekte, Briefe, Karten und Mailart Kataloge, und auch Dokumente der gesellschaftlichen Rezeption in Künstlerarchiven, aber wenig im Kunstbetrieb Vermarktbares. Deshalb erfolgte die kunsthistorische Aufarbeitung nach heutigen Maßstäben verspätet und zunächst oberflächlich. Ab wann und wo der vielschichtige Begriff „“ in Kunsttheorie und Kunstgeschichte sinnvoll eingesetzt wird, bleibt daher diskussionswürdig.

Mailart, Happening und Fluxus setzten konzeptuell oder real, lokal oder global, vernetzt kommunizierende und agierende Teilnehmer und Netzwerker voraus. Zu den ersten Initiatoren solcher Netzwerke gehören Künstler wie Ray Johnson, der seine Kommunikationszusammenhänge für teils reale, teils virtuelle Ausstellungen nutzte; Yves Klein und Ben Vautier, die Post-Skandale inszenierten; Ken Friedman, dessen Ausstellungsprojekt „Omaha Flow Systems” (1972) den Charakter eines Kommunikations- und Ereignisnetzwerkes hatte. Robert Filliou prägte 1968 mit George Brecht den Begriff „Fete Permanente/Eternal Network” (Die Ständige Feier/Das Ewige Netzwerk), der für die damalige kulturelle Situation bezeichnend war und kulturell in Beziehung zur Idee und Entwicklung eines nichtmilitärischen Internet steht. Die Aktionen und Veröffentlichungen von Filliou markieren für künstlerische Netzwerker einen Wendedpunkt. Mindestens ab diesem Zeitpunkt ist Kunst mit Netzwerken kunsthistorisch wahrnehmbar.

Bereits diese Formen von Netzkunst bezogen neben Netzen wie Briefpost elektronische Netze selbstverständlich ein, z. B. Telefon- und Fax. Netzkunst wurde weit vor Entstehung des World Wide Web der Webseiten, in Zusammenhang mit der besonders für die digitale Bild- und Tonerzeugung bedeutenden Digitalen Kunst zu Digitaler Netzkunst; zunächst über vernetzte Rechner an einzelnen Forschungseinrichtungen, dann über das wachsende Internet. Bei den ersten telematischen Kunstprojekten (s. Telematik), die auf digitalen Netzen basierten, sind anfangs nur kurzzeitig Netzwerke als Kunstwerke entstanden. In den 1980er Jahren folgte die künstlerische Nutzung von Mailbox-Systemen. Es entstanden komplexere, auf digitaler Netztechnik basierende Netzwerke, die unter anderem politisch bedeutend wurden, wie das Zamir Netzwerk (siehe digitalcourage, vormals FoeBuD). Webseiten wurden etwas später, oft durch neue Akteure, als visuell und akustisch, aber auch als sozial und politisch einsetzbares Medium entdeckt. Dabei kann als einer der wichtigsten Bezugspunkte bis etwa 2000 The Thing genannt werden (Initiator und Betreiber: Wolfgang Staehle), und als frühe Webart- und Netart-Künstler Olia Lialina und Heath Bunting (irational.org).

Quelle: Wikipedia

Online-Literatur

Foto:
Copyrights Bildmaterial / r23 Ralf Dreiundzwanzig, VG Bild-Kunst, Bonn
85 mm, 1/50 Sek, Bl. 5,6, Filmempfindlichkeit (ISO) 3200
Fotograf: Ralf Dreiundzwanzig
Quelle Bilder blog.r23.de

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