Fotograf Jim Rakete – 1/8 sec. – Vertraute Fremde

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Fotograf Jim Rakete - 1/8 sec. - Vertraute Fremde

Als das Interview mit zu 1/8 sec. – Vertraute Fremde gedreht wurde, stand er der digitalen Fotografie ablehnend gegenüber. Für ihn habe die Digitalfotografie nichts mit Realität zu tun, sondern mehr mit Konstruktion, wenn am Computer Fotos nachbearbeitet werden. Die Portraits entstanden mit einer Großformatkamera, weil das (technisch sehr umständliche) Arbeiten damit eine intensive Konzentration erfordert, gleichzeitig aber, wegen der mangelnden Kontrolle im Augenblick des Auslösens, einen spontanen Moment beinhaltet.

„Die Achtelsekunde scheint mir wie der Wimpernschlag der klassischen Fotografie zu sein“, sagt Jim Rakete, einer der bekanntesten deutschen Fotografen. Seine Porträts lichtet er mit einer Plattenkamera ab, einer Technik aus der Frühzeit der Fotografie. In den eindrücklichen Bildnissen gibt er Einblick in die Welt von Film und Musik, von Kunst und Tanz, von Literatur und Politik.

„Vertraute Fremde“ zeigen die Bildnisse, deren Namensliste sich wie ein Who-is-Who des öffentlichen Lebens liest. Dabei ist es Rakete wichtig, seine Protagonisten ungeschminkt und als Menschen im Bild zu bannen.

Eine Hommage an die Silberfotografie entstand, deren Ära gerade zu Ende geht. Um einen Eindruck in die schlichte Arbeitsstimmung dieser Art der Fotografie zu geben, findet sich in der Ausstellung eine Studiosituation, in der auch die treue Plattenkamera, der zerknitterte Hintergrund aus manchem Foto und ein paar Originalplatten zu sehen sind.

Jim Rakete

 
Jim Rakete schreibt zur Kodak-Insolvenz in der Süddeutsche Zeitung am 25. Januar 2012

Zu langsam für die digitale Geschwätzigkeit

Gewiss: Bilder sind stets manipuliert und geschönt worden, von den Porträts der Renaissance (in denen erstaunlich viele Photoshop-Ideen stecken), über die Bildfälschungen unter Stalin bis hin zu den harmlosen Retuschen von Porträts. Aber nie hatte es einen solchen Konsens der glatten Gesichter gegeben, die keiner mehr glaubt. Die heutige Digikamera macht gleich fünf Bilder, sucht selbst das beste davon heraus, glättet dabei automatisch die Gesichter. Am besten eingebaut ins Handy, bereit zum Verschicken.

Die Bilder kleben in keinem Familienalbum mehr, sie schmücken keine Wände. Einmal auf den Bildschirm gerufen, versinken sie auf Festplatten, werden zu Nebenprodukten der digitalen Geschwätzigkeit, zum Ausdruck von Bequemlichkeit. Wenn ein Riese wie Kodak in die Knie geht, lohnt es, auf das zu schauen, was verlorengeht,

Welche sehenswerten Videos rund um die Fotografie habt Ihr in der letzten Zeit gefunden? Sagt es uns in den Kommentaren.

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