Frank Stella – Die Retrospektive

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ist einer der letzten lebenden Heroen der amerikanischen Malerei der 50er und 60er Jahre, der Zeit also, in der die amerikanische Kunst zu ihrer eigentlichen Identität und zu ihrem historischen Höhepunkt fand.

Mit einem Paukenschlag eroberte der kaum zwanzigjährige Künstler Ende der 1950er Jahre die New Yorker Szene: Seine großen Black Paintings verschärften nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Minimalismus in der Malerei, sondern bereiteten auch den „Ausstieg aus dem Bilde in den Raum“ vor. Doch zur großen Überraschung der Kunstkritik folgte der leidenschaftliche Rennwagenfahrer nicht dem Tross der Avantgarde, der scheinbar unausweichlich Richtung Minimal Art steuerte. Stella schlug einen völlig eigenen Weg ein, der ihn zu immer opulenteren, immer barockeren Reliefs führte. Mit dieser eigenwilligen Wendung „vom Minimalismus zum Maximalismus“ wurde Frank Stella zu einem der prägenden Künstler des 20. Jahrhunderts, dem das Kunstmuseum Wolfsburg nun mit etwa 60 meist großformatigen Werken und 30 Arbeiten auf Papier eine umfassende Retrospektive widmet, die größte seit mehr als 15 Jahren.

Die Ausstellung bildet den Schlussstein im internationalen Reigen der Präsentationen, mit denen der 75. Geburtstag des Künstlers gewürdigt wird. Das Kunstmuseum bietet mit seiner großen Halle dem Künstler, der die Inszenierung vornimmt, und den farbenprächtigen, zum Teil gigantischen Gemälden und Metallreliefs die besten Möglichkeiten zur Entfaltung. Sie unterstützen die Darstellung seiner über ein halbes Jahrhundert führenden Werkentwicklung, die die sukzessive Eroberung des Raumes bis hin zu den visionären und allerjüngsten Arbeiten nachzeichnet und dabei Grundelemente der fraktalen und der digitalen Ästhetik vorwegnimmt. Skulpturen und Architekturmodelle bilden den Abschluss der Ausstellung.

Erstmals stellt das Kunstmuseum Wolfsburg Stellas Werk in einen größeren Zusammenhang der Kunstgeschichte, der weit über die Moderne hinausweist. Es geht dabei nicht nur um die Darstellung des Gesamtwerkes, sondern auch um dessen Verankerung in der Geschichte und seine Brückenfunktion ins 21. Jahrhundert. Dazu gehört auch die Frage nach der Rolle des Ornaments und der Zukunft der Abstraktion. Hier ergibt sich die Verknüpfung zu der parallel stattfindenden Ausstellung Ornament. Ausblick auf die Moderne. Ornamentgrafik von Dürer bis Piranesi. Mit diesem Rückblick in die Prämoderne wird die ungebrochene Aktualität des Ornamentalen insbesondere in der zeitgenössischen Kunst offensichtlich.

Frank Stella liefert mit seiner historisch reflektierten, malerischen Konzeption die Möglichkeit, die Abstraktion in einem viel größeren Zusammenhang zu begreifen. Man kann sich generell fragen, ob in diesem Werk nicht überhaupt die Geschichte der Abstraktion mit der des Ornaments verschmilzt.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit Beiträgen von u.a. Holger Broeker, Markus Brüderlin, Gregor Stemmrich sowie Statements von Michael Fried, Santiago Calatrava, Sarah Morris und Serge Lemoine.

Frank Stella – New Exhibition in Jena

Frank Stella – 1972

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