Grüne Architektur der Oper und Philharmonie in Białystok, Polen

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Die Oper und Philharmonie erhebt sich aus der umliegenden grünen Landschaft – so die Vision der Architekten Budzyński, Badowski und Ilmużyńska (Quelle Budzyński, Badowski, Kowalewski)
Die Oper und Philharmonie erhebt sich aus der umliegenden grünen Landschaft – so die Vision der Architekten Budzyński, Badowski und Ilmużyńska (Quelle Budzyński, Badowski, Kowalewski)

Ein atemberaubendes Bauobjekt findet sich in der polnischen Stadt Białystok: die neu gebaute Oper und Philharmonie, Europäisches Zentrum für Künste, ist mit ca. 9.500 m² bebauter Fläche das größte Gebäude dieser Art im östlichen Teil Europas. Białystok liegt rund 180 km nordöstlich der Landeshauptstadt Warschau nahe der weißrussischen Grenze.

Der Neubau der Oper und Philharmonie wurde mit über 100 Millionen Euro aus dem EU-Förderprogramm Kultur 2007 unterstützt. Diese Summe entspricht beinnahe der Hälfte der Baukosten. Das EU-Programm fördert damit den gemeinsamen europäischen Kulturraum und den interkulturellen, internationalen Dialog.
In dem Gebäudekomplex der Oper und Philharmonie befindet sich der Hauptsaal und der Kammerkonzertsaal. Diese Säle können auch für Kongresse, Ausstellungen, Symposien und große Konferenzen genutzt werden Das äußere Erscheinungsbild der Oper und Philharmonie ist geprägt vom ringsum wachsenden , welches das Gebäude sukzessive und unaufhaltsam vereinnahmt. Die Arbeiten auf den insgesamt etwa 5.000 m² umfassenden Dachflächen wurden 2010 abgeschlossen, das gesamte Bauprojekt 2011 vollendet.

Grün ist Programm

Der Gebäudekomplex erhebt sich gleichsam aus der umliegenden Landschaft wie ein „grüner Würfel“, präsentiert auf ringsum laufenden und teilweise schräg abfallenden Gründachflächen – so die Vision der Warschauer Architekten Marek Budzyński, Zbigniew Badowski und Krystyna Ilmużyńska. Die bekannten Architekten Budzyński und Badowski haben bereits beim Neubau der Universitätsbibliothek und auch dem Obersten Gerichtshof in Warschau ihre grüne Handschrift hinterlassen. Beides sind richtungsweisende Objekte für die der Zukunft, die nun um ein weiteres Monument ergänzt wird. Die Dachbegrünung verdankt ihren hohen Stellenwert aber nicht nur ihren architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch einem zunehmenden ökologischen Bewusstsein für nachhaltiges Bauen. Grün ist Programm.

Spezialisten vor Ort

Entscheidend für dauerhaftes Grün und damit echte Nachhaltigkeit ist eine richtig ausgeführte und funktionierende Begrünungstechnik, die auch bei der Oper und Philharmonie in Białystok von dem erfahrenen Systemhersteller ZinCo GmbH stammt. Den polnischen Markt bedient ZinCo über die Partnerfirma GCL Sp. z o.o. (Green City Life) und hat damit seine Gründach-Spezialisten vor Ort als Ansprechpartner für Architekten und Ausführungsbetriebe. Die detaillierte Grünplanung der Oper und Philharmonie übernahm der Landschaftsarchitekt Tomasz Chyliński, die Ausführung oblag der erfahrenen Gartenbaufirma Pleneria Sp. z o.o. Sp. kom.

Die Tropfschlauchbewässerung gewährleistet auch in Trockenperioden ausreichende Wasserzufuhr für die geplanten Rasenflächen

Dauerhaft funktionssichere Begrünung

Grundlage für die vielfältigen Begrünungs- und Belagsflächen auf den verschiedenen Gebäudeebenen war der bewährte ZinCo Systemaufbau „Lavendelheide“ für einfache Intensivbegrünungen. Kernelement im Begrünungsaufbau sind die Drän- und Wasserspeicherelemente. Die verwendete Systemerde Lavendelheide ist in ihrer Zusammensetzung aus mineralischen und organischen Bestandteilen genau auf die Pflanzenwahl abgestimmt. Die Schütthöhe beträgt im Durchschnitt 30 cm, im Bereich von Baumpflanzung sind es etwa 45 cm.

Zahlreiche Treppenaufgänge ermöglichen den Besuchern, die grüne Dachwelt zu erkunden. Diese beginnt bereits dort, wo mitten im Rasen Dachfenster zu sehen sind.

Besucher willkommen – auch auf dem Dach

Sämtliche Dachflächen sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Treppenaufgänge zu beiden Seiten der ins Gelände abfallenden Dachfläche führen die Besucher auf die gepflasterten Gehwege, die sich quer durch die schön gestalteten Grünflächen ziehen. Über zwei etwa 17 m hohe Wendeltreppen ist selbst das Plateau auf dem würfelförmigen Hauptgebäude von außen erreichbar. Daneben lassen sich natürlich sämtliche Dachflächen auch an vielen Stellen von innen über Türaustritte betreten. Auf das Plateau führen die Gäste separate Aufzüge.

Blickfang auf dem Plateau ist neben der schönen Aussicht vor allem das Denkmal des berühmten polnischen Rocksängers und Komponisten Czesław Niemen. Dafür ist ein kreisförmiger Gartenbereich mit einer bodendeckenden Thymianbepflanzung angelegt. Ringsum führt ein Gehweg, gesäumt von rotlaubigen Zierkirschen und Zierapfelbäumen (Prunus, Malus), die bis zu 6 m hoch werden. Unter den Bäumen wachsen Schafgarben, die bereits in den verschiedensten Farbtönen von Weiß bis Rosarot blühen.
Neben der Ausbringung in Form von Kleinballenpflanzen kam auf vielen Dachflächen die Samenmischung „Blütenwiese“ zum Einsatz. Solch streufertige Mischungen unter Beigabe von organischem Kleber, welcher das Saatgut auf der Fläche fixiert, sind besonders bei größeren Flächen sehr effizient. Die auszubringende Menge liegt bei ca. 25 g pro m². Die „Blütenwiese“ gehört in die Kategorie der Extensivbegrünung: ihre trockenresistenten Arten kommen ohne Zusatzbewässerung aus. Dahingegen benötigen die Bereiche mit Intensivbegrünung (Rasen, Sträucher, Bäume) in Trockenzeiten zusätzliches Wasser. Dieses erhalten sie über eine Tropfschlauchbewässerung.

Vertikales Grün ist inklusive

Wesentlicher Bestandteil des landschaftsarchitektonischen Konzeptes ist auch die Begrünung sämtlicher vertikaler Flächen. Alle Fassaden des aufragenden würfelförmigen Hauptgebäudes sind ringsum mit vorgehängten Rankgerüsten ausgestattet, an denen sich Kletterpflanzen in die Höhe ziehen. Neben immergrünen Pflanzarten wie Efeu wachsen z.B. auch Wilder Wein und Waldrebe, welche im Herbst ihr Laub abwerfen. Auch Knöterich wurde verwendet, da dieser aufgrund seiner extremen Wuchskraft als Schlingpflanze für große Flächen sehr beliebt ist.
All diese Kletterpflanzen haben ihren Ausgangspunkt auf Dachflächen und finden dort geeignete Bedingungen für dauerhaftes Pflanzenwachstum. So wird die Vision der Architekten von der grünen Hülle der Oper und Philharmonie über die Jahre Wirklichkeit werden.

Klein, aber oho

Bemerkenswert an der Gartengestaltung sind auch die vielen begrünten Kleinflächen. Die Säulen im Eingangsbereich, welche selbst auch allesamt berankt werden, tragen zuoberst Mauerbepflanzungen: dort wachsen in einer fortlaufenden Reihe Hängekätzchenweiden.
Eine Hängebirke als Solitärpflanze krönt die kleine Dachfläche der Aufzüge auf das Plateau. Grün findet sich, wohin der Blick auch schweift.

Grüne Zukunft

Nachdem sämtliche Begrünungsarbeiten der Oper und Philharmonie fertig gestellt sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Vision der Warschauer Architekten vollends realisiert. Grün ist in einer unvergleichlichen Vielfalt und Variation angelegt worden und nun im kontinuierlichen Wachstum. Und diese grüne Fülle können die Menschen selbst erleben, da sämtliche Dachflächen zugänglich sind.

Grün ist nicht nur das Markenzeichen der Oper und Philharmonie, Grün ist auch das Zeichen der Zukunft.

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