K.O. Götz

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K.O. Götz (Karl Otto Götz, geb. 1914 in Aachen / Deutschland, gest. 2017 in Niederbreitbach-Wolfenacker, Deutschland) war einer der prägendsten Maler der Abstrakten Kunst und des .

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte er zur Gruppe COBRA um Asger Jorn und Karel Appel. 1952 entwickelte er seine Malweise des Action-Paintings, bei der er Kleister und Gouchefarbe mit großen Pinseln auf die Leinwand auftrug, teilweise auch draufschleuderte, und anschließend mit hoher Geschwindigkeit verrakelte.

1959 bis 1979 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Bei ihm studierten Künstler wie Gerhard Richter, Sigmar Polke, Franz Erhard Walther, H.A. Schult, Kuno Gonschior und Rissa.

1958 und 1968 nahm er an der Biennale Venedig teil, 1959 an der documenta 2 in Kassel.

Wirbelnde, explodierende Formen und zeichenhafte, abstrakte Strukturen – K.O. Götz Werk ist geprägt von der Suche nach unmittelbarer, freier Form, nach einem „poetischen Ausdruck im Ungegenständlichen“, wie der Künstler selbst beschreibt.

Der 1914 in Aachen geborene Götz beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit verschiedenen künstlerischen Gattungen, in denen er stets aufs Neue die unerschöpflichen Möglichkeiten der Abstraktion auslotet. Er widmete sich neben der auch der Grafik, der Skulptur, der Fotografie und dem Medium sowie der Dichtung.

Durch den Einsatz neuer Malmittel – der schnell fließenden Kaseinfarbe – und neuer Malmaterialien – dem Rakel – gelang Götz in diesen Werken die »informelle Revolution«. Dabei spielt die Schnelligkeit des Malaktes eine entscheidende Rolle, die in der beschleunigten Bewegungsspur Eingang in das Kunstwerk findet. Dem Produktionsprozess ging jedoch eine Meditation zur Findung der Form voraus. Gemäß diesem von Götz perfektionierten künstlerischen Konzept sind seine Werke ein Beispiel für die geglückte Verbindung von Automatismus und Kontrolle.

Informel – der Begriff steht in der aktuellen Kunstszene nicht gerade für Zeitgeist oder den Einfluss auf junge Künstler. Dabei hat die europäische abstrakt-expressive Malerei, wie sie in den 50er Jahren aufkam, die Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg einschlägig verändert. Alle nachfolgenden Malergenerationen haben sich mehr oder minder bewusst der Errungenschaften einer gestischen Abstraktion bedient, die aus der Tragik des Neubeginns entstanden und von jeder Gegenständlichkeit befreit war. Anders als der New Yorker „Abstract Expressionism“, wie ihn Jackson Pollock oder Willem de Kooning zelebrierten, vermittelt das europäische und insbesondere das deutsche Informel eine Tiefe, die Clement Greenberg als Schutzpatron der New York School und Gegner der „Germanic Depth“ ein Dorn im Auge war.

»Die Form, die das Leben zur Voraussetzung hat – die Form, die das Leben enthält – ist ›formlos‹ und doch Form.« (Emil Schumacher, 1972)

Das Informel (formlose Kunst; französisch Art Informel) entstand nach den traumatischen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs auf der Suche nach neuen bildnerischen Ausdrucksmöglichkeiten zunächst in Paris als Gegenbewegung zur geometrischen Abstraktion. Der Name wird als Sammelbegriff für verschiedene abstrakte Kunstströmungen verwendet (Tachismus, Lyrische Abstraktion, Art Brut etc.) und kennzeichnet das europäische Pendant zum amerikanischen Action Painting und Abstrakten Expressionismus.

Die Bezeichnung geht zurück auf den französischen Kunstkritiker Michel Tapié, der erstmals 1951 im Zusammenhang mit der Ausstellung »Significance de l’ Informel« im Pariser Studio Facchetti von der »Bedeutsamkeit des Formlosen« sprach. Mit »formlos« ist jedoch nicht die Un-Form gemeint, sondern das Formlose, das sich an »das in Schach gehaltene Chaos« herantastet.

K.O. Götz

Von Jan Schüler, CC BY-SA 3.0 de, Link

Mit einer lyrisch-abstrahierenden oft graphisch (etwa von der Kalligraphie) inspirierten Gebärdensprache wird der Bildfindungsprozess zu einem Zusammenwirken der schöpferischen unbewussten Geste des Künstlers und einer absichtsvollen Handlung des Malens oder Zeichnens. Dabei geht es nicht um das chaotische Ausleben auf der Leinwand, wie etwa beim Action Painting, sondern um das von Emotion und Spontaneität geführte »Entstehenlassen« des Werkes. Die Suche wird zum Leitmotiv.

Stetiger Wandel und Werden prägen den Entstehungsprozess auf der Suche nach dem Unbekannten: Fühlen – Schweben – aber auch Unruhe wie im Titel einer Graphik von Gerhard Hoehme.

Emil Schumacher beschäftigte sich mit den sieben zentralen Themen Form, Linie, Farbe, Materie, Zerstörung, Raum und Natur, die er in den Aquatintablättern der Mappe »Ein Buch mit 7 Siegeln« aus dem Jahr 1972 eindrücklich vor Augen geführt werden. Zum Begriff »Form« bemerkte er in einem Aphorismus: »Die Form, die das Leben zur Voraussetzung hat – die Form, die das Leben enthält – ist ›formlos‹ und doch Form.« So weitläufig der Begriff Informel ist, so ist doch jeder der unter ihm subsumierten Künstler Individualist und, aufgrund seines persönlichen Umgangs mit der abstrakten Kunst, informeller Grenzgänger. Erfundene Zeichen, Farb-Rhythmen, unterschiedliche Materialien, die in die Farbe gemischt wurden – all das diente zum Ausdruck einer besonderen, einzelnen Künstlerindividualität, eines persönlichen Gefühls, das den Betrachter anziehen, ja sogar erschüttern sollte. Nicht um das bloße Bild geht es, sondern um das »Ereignis« des Schauens.

www.ko-götz.de

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