Kosmos Farbe

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Eine Ausstellung des Kunstmuseums Bern und des Martin-Gropius-Bau Berlin.

 

Johannes Itten und Paul Klee sind in der Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts mit ebenso bedeutenden wie prominenten Farbenlehren hervorgetreten. Beide sind geprägt von der Vorstellung, dass die Ordnung der Farben als in sich geschlossener Kosmos der gesetzmässig strukturiert ist. Neue Quellen zeigen, dass sich beide Künstler auf gemeinsame geistesgeschichtliche, teilweise auch esoterische Quellen bezogen haben und sich gegenseitig anregten. Beide haben ihre Überlegungen zur Farbe in jahrzehntelanger Reflexion und Arbeit entwickelt und umfassend in ihren künstlerischen Werken berücksichtigt.

Die Ausstellung ermöglicht durch die Präsentation von etwa 200 Arbeiten – darunter Gemälde, Zeichnungen und Grafiken – einen neuen Blick auf zwei zentrale Künstler der Klassischen Moderne im deutschen Sprachraum.

In chronologischer Gliederung und in fünf großen Etappen gruppiert zeigt die Ausstellung prominente Schlüsselwerke von Johannes Itten und Paul Klee. Der Fokus liegt dabei auf ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema der Farbe.

Es werden jeweils unterschiedliche Aspekte herausgearbeitet:
Farbe und Esoterik
Farbaura
Farbharmonie
Farbe und Abstraktion
Farbe und Natur
Teilung der Farbe

Erstmals kann dabei gezeigt werden, dass nicht nur Klee Itten, sondern auch Itten Klee inspirierte und dass beide aus gemeinsamen Quellen schöpften. Die Lebenswege und Schaffensbahnen beider aus dem Kanton Bern stammenden Künstler haben sich mehrfach gekreuzt: So hat Johannes Itten seine ersten künstlerischen Impulse vom Vater Paul Klees erhalten, umgekehrt ist Paul Klees Berufung ans Weimarer Bauhaus massgeblich von Johannes Itten befördert worden. Beide Künstler haben ihre lebenslange Auseinandersetzung mit den Fragen der Farbenlehre und der Ordnung des Farbkosmos nahezu gleichzeitig im Jahre 1914/1915 begonnen, Klee auf seiner Tunisreise, Itten unter dem Eindruck der Farbenlehre Adolf Hölzels in Stuttgart. Beide Künstler haben über Jahre hinweg ihre künstlerische Arbeit wechselseitig wahrgenommen und auch Werke ausgetauscht.

Umso überraschender ist es, dass Johannes Itten und Paul Klee bislang nicht in einer monographischen Ausstellung im künstlerischen Paarlauf gezeigt worden sind.

Biographische Asymmetrien mögen hierfür verantwortlich sein: Kurz nach dem Eintreffen Klees in Weimar 1921 hat Itten das Bauhaus 1923 verlassen. Erst Ende 1938 ist Itten in die Schweiz zurückgekehrt. Während Paul Klee schon im Jahre 1940 verstarb, hat ihn Johannes Itten um mehr als zweieinhalb Jahrzehnte überlebt. Ittens monumentale Publikation zur Kunst der Farbe ist erst 1961 erschienen, und lange Zeit war über Ittens Reflexion zur Farbe aus den vorausgehenden Jahrzehnten nur wenig bekannt. Das hat sich nun durch neue Quellenfunde aus dem Nachlass Johannes Ittens geändert, so dass die Chronologie und die Stationen seiner Auseinandersetzung mit der Farbe anhand farbprächtiger Tagebuchseiten rekonstruiert werden können.

Beide haben in der Galerie „Der Sturm“ von Herwarth Walden im Berlin der 1920er Jahre ausgestellt. Johannes Itten betrieb 1926 bis 1934 seine Itten-Schule in der Konstanzerstrasse 14 in Berlin – ein weiterer Grund, die Ausstellung in Berlin zu zeigen.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher wissenschaftlicher Katalog, der die Konzepte zur Farbe erschließt, kunsthistorisch einordnet und die neuen Quellenfunde in Verbindung mit den gezeigten Werken dokumentiert.

Quelle Pressetext

25.04.13 – 29.07.13 Martin Gropius Bau

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