Liebe ist kälter als das Kapital

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Liebe ist kälter als das Kapital

Bei der Vorbereitung auf mein mein morgiges Projekt Fotoshooting in meinem Atleier habe ich folgende Ausstellung gefunden:

Der Titel der großen Gruppenausstellung im Kunsthaus Bregenz Liebe ist kälter als das Kapital ist gestohlen. Entwendet wurde er dem gleichnamigen Theaterstück des viel diskutierten postdramatischen Bühnenregisseurs René Pollesch, der in seinen Werken die neoliberale Ausbeutung des Privaten und Persönlichen durch ökonomische Interessen verhandelt. Das zunehmende Verschwinden industrieller Produktion und das verstärkte Aufkommen serviceorientierter Dienstleistungen fordern deutlicher als früher den emotionalen Einsatz der Arbeiter, lassen Gefühle — seien sie nun vermeintlich echt oder lediglich vorgetäuscht — immer umfassender zum Bestandteil immaterieller, warenförmiger Produkte werden.

Ich mag den Bezug und die Auseindersetzung.

Auch in dem Film Liebe ist kälter als der Tod aus dem Jahr 1969 von Rainer Werner Fassbinder dreht sich alles um die Liebe und ihr Verhältnis zum Geld. Ein kompliziertes, durch Begierden und Sehnsüchte bestimmtes Dreiecksverhältnis zwischen dem von Fassbinder selbst gespielten Zuhälter Franz, seiner Freundin, der Prostituierten Joanna (Hanna Schygulla), und dem Gangster Bruno (Ulli Lommel) führt in diesem ersten abendfüllenden Spielfilm von Fassbinder zu einem furiosen Showdown, bei dem auf der Flucht vor der Polizei die Leiche Brunos von den beiden anderen aus dem fahrenden Auto gestoßen wird.

Emotion, Leidenschaft, Fürsorge, wenn nicht sogar Liebe waren die augenscheinlichen Themen der Bregenzer Ausstellung. Dabei schwang jedoch in dieser essayistisch konzipierten Schau stets auch die vertrackte Mehrdeutigkeit der an Zuneigung orientierten Begriffe mit. Denn bei den ausgestellten Werken lässt sich nicht immer eindeutig sagen, ob es sich hier um die vermeintlich romantische Vorstellung sogenannter »wahrer« Liebe oder doch eher um ihre durch wirtschaftliche beziehungsweise andere gesellschaftliche Aspekte »befleckte« Variante handelt. Spätestens seit dem Ende der Nullerjahre fällt es zunehmend schwer, eine Grenze zwischen dem eigenen Persönlichen und dem Öffentlichen zu ziehen. Um diese These zu untermauern, bedarf es nicht so sehr eines Blicks auf die digitalen sozialen Netzwerke, bei denen die Aktivitäten der Nutzer, ihre Beziehungen, Vorlieben und Hobbys nach dem Kriterium ihrer materiellen Verwertbarkeit für die Konsum- und Unterhaltungsindustrie abgeschöpft werden. Auch in anderen Arbeits- und Freizeitbereichen gewinnen die sogenannten weichen, emotionsorientierten Faktoren an Bedeutung für ökonomische Interessen.

Vor diesem Hintergrund und mit dem Bewusstsein der gegenseitigen Beeinflussung von Kunst und Gesellschaft beschäftigte sich die Ausstellung unter anderem mit folgenden Fragestellungen: Wie thematisieren Künstlerinnen und Künstler das Verhältnis von Emotion und Ökonomie? Welche Rolle spielen Emotionen im öko-nomischen Handeln? Wie reflektieren Kulturschaffende die Ambivalenz persönlicher und sozialer Empathie im Spannungsfeld von Authentizität und inszenierter Verführung?

Dabei nutzen einige der vorgestellten Positionen inszenatorische und zuweilen performative Vorgehensweisen, die mitunter nur ein schmaler Grat von den Praktiken des Theaters und seinen bühnenbildnerischen Mitteln trennt.

Viele der Installationen, Objekte und Videos sind speziell für die Ausstellung entstanden. Darüber hinaus sind bedeutende, bereits heute zum Kanon der zeitgenössischen Kunst zählende Arbeiten von , und Cindy Sherman zu sehen. Zu den historischen Höhepunkten der Ausstellung können die berühmten Werke des legendären New Yorker Künstlers gerechnet werden, die schon in den 1980er Jahren eindringlich das Verhältnis von Liebe, Sexualität und Kommerz in neuartigen Bildfindungen zum Ausdruck brachten.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler: , Minerva Cuevas, , Isa Genzken, Hans Haacke, Keith Haring, , , Julika Rudelius, , Cindy Sherman, Andreas Siekmann, , Pascale Marthine Tayou, , .

02.02.13 – 14.04.13 Kunsthaus Bregenz

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