VIDEONALE 14: Festival für zeitgenössische Videokunst

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Mit Diskussionsrunden, Künstlergesprächen, Performances und Workshops gibt die Videonale mm einen umfassenden Einblick sowohl in die zeitgenössische künstlerische Praxis als auch in aktuelle Debatten der Videokunst.

Der Junge mit dem Gewehr kennt keine Gnade – die Mordphantasien seiner Interviewpartner überführt Michael Kosakowski in die Realität einer fiktionalen Darstellung. So fordert „Zero Killed“ die Moralvorstellungen des Betrachters heraus. Die Videoarbeit steht paradigmatisch für die aktuelle Auseinandersetzung der Medienkunst mit neuen dokumentarischen Verfahren und ist eine von 41 Positionen im Rahmen der Ausstellung der VIDEONALE.14 im Kunstmuseum Bonn.

Die Videonale wurde 1984 gegründet und ist eines der ältesten Videokunstfestivals der Welt.

Noch einmal übertroffen wurde der Rekord der Einreichungen der vorhergehenden Videonale: Insgesamt hatte die Jury in diesem Jahr über 2.100 Arbeiten aus 70 Ländern zu sichten.

„Für die Untersuchung von privater Geschichte als auch kollektiven Erinnerungen werden die Grenzen zwischen Realität und Fiktion überschritten, um sich so dem Gegenstand der Erzählung von verschiedenen Seiten anzunähern. So entstehen spannende Mischformen, die den Betrachter mit neuen offenen Formen der Erzählung in ihren Bann ziehen“, sagt Tasja Langenbach, Künstlerische Leitung der VIDEONALE.14.

In einer sehr persönlichen Collage aus Bild- und Tondokumenten zeichnet etwa , die in ihren Arbeiten oftmals Fragen nach Identität, Geschlecht, Feminismus und politischem Aktivismus nachgeht, in „like rats leaving a sinking ship“ ihre eigene Identitätssuche als Transgender nach. Die brüchigen Ränder der Identität untersucht auch in „Slideshow Johnny“; mit dunkler Poesie und surrealen Performances treibt er die Möglichkeiten der künstlerischen Selbstdarstellung an ihre Grenzen. Hito Steyerl hingegen verknüpft in „In free fall“ den Lebenszyklus eines Flugzeugs mit persönlichen Erzählungen und fiktionalen Elementen zu einer Kritik an der Dynamik des kapitalistischen Systems.

Aber auch die inzwischen fast 30-jährige Geschichte der Videonale spiegelt sich in der diesjährigen Auswahl: Mit Frances Scholz, , und Melanie Manchot finden sich neben zahlreichen interessanten Nachwuchspositionen auch bekannte Namen wieder.

„Es sind sehr unterschiedliche Arbeiten dabei: ganz ruhige, die sich langsam in der Zeit erzählen – sowohl dokumentarisch als auch mit starken narrativen Elementen. Aber es gibt auch viele kurze Clips, die den Schwerpunkt auf den Sound legen und die sich durch einen Rhythmus charakterisieren, durch eine schnelle Collage aus unterschiedlichen Bildmaterialien“, sagt Heike Ander, Kuratorin an der Kunsthochschule für Medien Köln und Mitglied der Jury.

Die Jury bestand aus Heike Ander (Kuratorin Kunsthochschule für Medien Köln), Katerina Valdivia Bruch (Freie Kuratorin und Kunstkritikerin, Berlin), Keren Cytter (Künstlerin, Berlin), Philipp Fürnkäs (Kurator und Autor, Düsseldorf), Jennifer Gassmann (Projektleitung/Festivalprogramm VIDEONALE.14, Bonn), Tasja Langenbach (Künstlerische Leitung VIDEONALE.14, Bonn), Rolf Quaghebeur (Direktor Argos centre for art & media Brüssel), Sabine Maria Schmidt (Kuratorin und Autorin, Düsseldorf), Olaf Stüber (Herausgeber, Kurator Videoart at Midnight, Berlin).

Die Ausstellungsarchitektur zur VIDEONALE.14 wird gestaltet von Julia Büchel, Hochschule für Gestaltung Basel, Masterstudio Design (betreut durch Prof. Andreas Wenger).

Künstlerinnen und Künstler VIDEONALE.14:
Sergio Belinchon, Helen Beningson, Lars Bergström, Mariola Brillowska, , Elkin Calderón, , Eli Cortiñas, Tanja Deman, Bettina Disler, Charles Fairbanks, , Yuk-Yiu IP, Christian Jankowski, Mikhail Karikis & Uriel Orlow, Laleh Khorramian, Vika Kirchenbauer, Aglaia Konrad, Michael Kosakowski, Daniel Kötter, Clemens Krauss, Robert-Jan Lacombe, , Chang-Jun Lee, Mauricio Limon, Melanie Manchot, , Agnes Meyer-Brandis, Meena Nanji, Florin Tudor & Mona Vatamuna, Evamaria Schaller, Frances Scholz, Lina Selander, Martin Skauen, , Hito Steyerl, Jon Thomson & Alison Craighead, Arthur Tuoto, Bridget Walker, Gernot Wieland, .

Einmal im Monat veranstaltet der Videonale e.V. zudem unter dem Titel Elektronenströme einen Vortragsabend, an dem Künstler, Wissenschaftler und Vertreter von Videokunstinstitutionen ihre Kunst vorstellen, aktuelle Themen der Videokunst diskutieren und Einblick in die Praxis in anderen Ländern geben. Die Elektronenströme bieten so eine diskursive Kontinuität zwischen den Videonalen.

Weitere Informationen unter www.videonale.org

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