„Zopf ab“ – Mary Bauermeister in museum FLUXUS+ Potsdam

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08.06.12 – 19.08.12
museum + Potsdam

Seit Jahren beschäftigt sich Mary Bauermeister kritisch mit „Friedrich“ und den von ihm propagierten konventionellen preußischen Tugenden. Das Friedrich 300-Jahr regte sie an, ihre langjährige Beschäftigung mit Friedrich und den von ihm propagierten konventionellen preußischen Tugenden in einer neuen Arbeit für ihre Ausstellung im museum FLUXUS+, einer Rauminstallation, auf ihre eigene, überraschende Art zu kommentieren. Die deutsche Fahne flicht sie zu einem überdimensionalen Zopf, der sich durch den Raum schlingt, bis am Ende die Farben umgedreht gold-rot-schwarz sind, eine neue Fahne entsteht und damit auch eine neue Gesinnung – „Zopf ab“.

„Alte Zöpfe abzuschneiden“, darin war immer eine Meisterin. Die bekanntesten Werkgruppen ihres Oeuvres sind optische Kästen, in denen sich Zeichnungen durch geschliffene Linsen einer Metamorphose unterziehen, sowie Prismen-, „Pünktchen“-Bilder und Steinkollagen. Eine Staffelei mit Linsenscheibe und Elementen mit Farbspektrum und die großformatige Arbeit „Brush stroke“ stehen hierfür Zeugnis in der Potsdamer Ausstellung. Die dokumentarische Gegenüberstellung des Kölner Ateliers und Arbeiten aus ihrem Skizzenbuch „Ein Tag in New York“, die sie zu ihrer Ausstellung zum 75. Geburtstag verwirklicht hat, vervollständigen das Ensemble der Sonderausstellung, die bis zum 19. August zu sehen ist.

Mary Bauermeisters Arbeiten sind in vielen Museen und Sammlungen in den USA, Europa und Deutschland vertreten. Sie hatte zahlreiche Einzelausstellungen und war an wichtigen Gruppenausstellungen weltweit beteiligt. Ihre Autobiographie „Ich hänge im Triolengitter“ erschien 2011 in der Edition Elke Heidenreich.

Um einen legendären Abend im Kölner Atelier dreht sich der 2-D-Animationsfilm „psst pp Piano – Hommage à Mary Bauermeister“ von Gregor Zootzky, welcher während der Zeit der Sonderausstellung im museum FLUXUS+ gezeigt wird.

museum FLUXUS+ Potsdam
Schiffbauergasse 4f
14467 Potsdam

fluxus-plus.de
08.06.12 – 19.08.12

Mit Mary Bauermeister (*1934, Frankfurt/M) startet das museum FLUXUS+ in der Schiffbauergasse in Potsdam die Feierlichkeiten zum Jubiläum „50 Jahre Fluxus“. Mary Bauermeisters „Prä-Fluxus“-Aktivitäten trugen erheblich zur Entwicklung von Fluxus in Deutschland bei. In den Jahren 1960–61 schaffte sie es mit Konzerten, Lesungen und Ausstellungen, ihr Atelier in Köln bekannt zu machen. Man traf sich nach Konzerten des Westdeutschen Rundfunks (WDR), um Neues in der Kunst, Musik und Literatur auszuprobieren. Mit , Benjamin Patterson, , Christo, H.G.Helms und vielen anderen begründete Mary Bauermeister die Avantgarde der Nachkriegszeit. In den USA folgten Freundschaften mit Robert Rauschenberg, Tinguely, Niki de St. Phalle, Joe Jones, Jasper Jones, Andy Warhol und anderen Künstlern und Musikern.

„psst pp Piano – Hommage à Mary Bauermeister“ von Gregor Zootzky

In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich die Stadt Köln zu einer der wichtigsten kulturellen Zentren im vom Krieg zermürbten Deutschland. Der WDR wirkte als Magnet für jegliche Art musikalischer Avantgarde. Aber es gab nur einen Ort, an dem auf unvergleichliche Weise Musik, bildende Kunst und Malerei zusammenfanden: das Atelier der Kölner Malerin Mary Bauermeister. Dort traf man Größen wie John Cage, Nam June Paik, und Hans G Helms und dort ereignete sich auch einer der spektakulärsten Vatermorde der Kunstgeschichte Um diesen legendären Abend dreht sich der 2-D-Animationsfilm von Gregor Zootzky, der zur jüngsten Generation Kölner Filmemacher gehört. In seinem genuinen Ausdrucksmittel, der Zeichnung, formt Zootzky die Geschehnisse im Atelier Bauermeister nach und haucht ihnen in der Weiterverarbeitung am Computer Leben ein. So lässt er rechtzeitig zum 75. Geburtstag der Künstlerin die Szene von damals wieder aufleben und liefert ein grandioses Beispiel für das Erzählen von Geschichte im Animationsfilm. Der Zuschauer sitzt scheinbar mit im Atelier und erlebt die schockierende Attacke Nam June Paiks hautnah und packend. Unterlegt ist dieser ebenso eindrucksvolle wie auch poetische und lustige Animationsfilm mit atmosphärischer Musik von Simon Stockhausen, der auf akustischer Ebene die Spannung, die damals in der Luft lag, nachvollzieht.
Ein packendes und amüsantes Filmereignis.

Produced and directed by Gregor Zootzky
www.psst-pp-piano.com
www.gregorzootzky.de

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